Das Projektkonsortium präsentierte dem Industriekreis erste Ergebnisse

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Ende November kamen Mitwirkende des ZAFH-Projekts „Digitaler Produktlebenszyklus (DiP)“ an der Hochschule Ravensburg-Weingarten zusammen.

Weingarten – Von der Idee bis zu dem Zeitpunkt, wenn es vom Markt genommen wird, durchläuft ein Produkt verschiedene Stationen. In Forschung und Praxis der Produktentwicklung werden diese Phasen Produktlebenszyklus genannt. Zu erforschen, wie es gelingen kann, diese Abschnitte vollständig digital abzubilden und maschinell auszuführen, ist Ziel des Zentrums für Angewandte Forschung (ZAFH) „Digitaler Produktlebenszyklus (DIP)“ der Hochschule Ravensburg-Weingarten. Zur Präsentation der Projektfortschritte kamen nun Mitwirkende und Industrievertreter an der Hochschule zusammen.

Der Entwurf eines Produkts, die Architektur und Geometrie, der virtuelle Test, die Serienproduktion in der digitalen Fabrik und die übergreifende Kosten- und Energiebilanzierung: Im Projekt DiP sollen die verschiedenen Stationen eines Produktlebenszyklus in ein digitales Gesamtmodell integriert werden. „Wir können jetzt schon die Arbeitsweise von Ingenieuren exemplarisch aufzeigen, die in Zukunft ihre Produkte nicht nur konstruieren, sondern auch in der Vielfalt von Produktspektren programmieren werden“, so ZAFH-Leiter Professor Dr. Markus Till von der Hochschule Ravensburg-Weingarten.

Die Präsentation erster Ergebnisse stand im Fokus des Treffens Ende November. So wurden etwa modellierte Bestandteile von Produktlebenszyklen in bestehenden Systemen gezeigt. Eine Arbeit, die wichtig ist für die Analyse und das tiefe Verständnis dieser Zyklen. Auch gelang es, bereits erste Modellierungserfolge in graphenbasierten Entwurfssprachen zu erzielen. Mit einer graphenbasierten Entwurfssprache können komplexe Konstruktionen als Modell am Computer visualisiert werden. „Graphenbasierte Entwurfssprachen erschließen neue Horizonte bei der digitalen Abbildung immer komplexerer Produkte“, so Dr. Stephan Rudolph, Privatdozent an der Universität Stuttgart. Beim Treffen wurde so etwa ein Segway automatisch verkabelt.

Der Geschäftsführer der Firma EKS InTec GmbH, Josef Müller, zeigte sich begeistert von den ersten Ergebnissen. Eine besondere Rolle sieht er in der Ausbildung: „Wir brauchen in Zukunft Ingenieure, die bereit sind, neue Herausforderungen in der Maschinen- und Anlagenentwicklung anzugehen.“ Eine Ausbildung an innovativen Systemen im Produktlebenszyklus spiele dabei eine entscheidende Rolle.

Neben der EKS InTec GmbH beteiligen sich die Unternehmen ZF Friedrichshafen AG, Rolls-Royce Power Systems AG, Behr Engineering GmbH und die Uhlmann Pac-Systeme GmbH & Co. KG an dem Projekt. Außerdem wirken neben der Hochschule Ravensburg-Weingarten die Hochschulen Ulm, Reutlingen und Albstadt-Sigmaringen sowie die Universität Stuttgart mit. Das ZAFH „Digitaler Produktlebenszyklus (DiP)“ ist ein vom baden-württembergischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst gefördertes Projekt. Ziel ist es, innovative Produkte in wissensintensiven Bereichen hervorzubringen und so den Forschungs- und Innovationsstandort Baden-Württemberg insgesamt zu stärken